Elektrodenschweißen

Beim Elektrodenschweißen brennt der elektrische Lichtbogen zwischen dem Werkstück und der abschmelzenden Elektrode. Der benötigte Zusatzwerkstoff kommt von der Umhüllung der Elektrode. Zum Schweißen wird die Stabelektrode in den Elektrodenhalter eingespannt und vom Anwender an der Nahtstelle entlanggeführt. Die Umhüllung schmilzt dabei ebenfalls ab und schützt durch freiwerdende Gase und als Schlacke das Schmelzbad sowie den Lichtbogen vor der Umgebungsluft. Nach dem Erkalten der Schweißnaht kann die Schlacke entfernt werden.

Vorteile

  • Mobiles Verfahren
  • Einfache Handhabung - einfaches Schweißverfahren
  • Kein Gas notwendig
  • Mit Akku-Geräten mittlerweile unabhängig von Strom einsetzbar
  • Keine hohen Investitionskosten
  • Laufende Kosten niedrig
  • Anwendung fast überall möglich (z. B. bei starkem Wind, unter Wasser)
  • Umrüstung für verschiedene Materialien schnell möglich

Nachteile

  • Niedrige Arbeitsgeschwindigkeit
  • Viel Nacharbeit erforderlich (Schlacke entfernen, Reinigen)
  • Qualität der Schweißnaht erst nach dem Entfernen der Schlacke sichtbar
  • Einige Positionen nur bedingt schweißbar (Über Kopf kann sich Schlacke lösen und heruntertropfen)
  • Für dünne Bleche ungeeignet
  • Schweißrauch der abschmelzenden Elektrode sehr ungesund

Materialien

  • Alle Stahlwerkstoffe
  • Stahlguss
  • Nickel und Nickellegierungen
  • Kupfer und Kupferlegierungen
  • Aluminiumwerkstoffe
  • Gusseisen (bedingt)

Schweißparameter:

Faustformel Stromstärke beim Elektrodenschweißen
Stromstärke in Ampere = 30 … 50 x Kernstabdurchmesser

Elektrodendurchmesser (mm) Materialstärke (mm) Stromstärke (A)
1,6 1 - 1,5 40 - 50
2,0 1,5 - 3 60 - 80
2,5 2,5 - 6 75 - 100
3,2 4 - 8 95 - 125
4,0 Ab 6 120 - 160
5,0 Ab 6 - 8 150 - 200

 

Anwendungen:

Stahl- und Rohrleitungsbau, Reparaturbranche, Metallbau, Schlosserei, Montage

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