Unseren Kunden gegenüber haben wir das Ziel, die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen ständig zu verbessern, damit Sie Ihrerseits Produkte herstellen können, die den höchsten Qualitätsansprüchen Ihrer Kunden genügen. Gleichzeitig streben wir dabei einen sehr hohen Sicherheitsstandard an, denn der Mensch ist unsere wertvollste Ressource. Ein respektvoller Umgang miteinander bedeutet für uns auch, unseren Kunden, Mitarbeitern und Besuchern einen größtmöglichen Schutz zu bieten.

Linde hat hierfür ein Sicherheitskonzept entwickelt: LI-PROTECT®

Das Programm LI-PROTECT® umfasst Schulungen, Services, aber auch Produkte für den sicheren Um- gang mit Gasen. Dies wurde um die persönliche Schutzausrüstung (PSA) für metallverarbeitende Tätigkeiten erweitert. Von den gängigen Arbeitsschutzprodukten wie Schutzbekleidung, Atem- und Augenschutz bis zu speziellem „gasespezifischen“ Sicherheitszubehör, wie zum Beispiel Sicherheitshandschuhen für tiefkalt verflüssigte Gase oder Gaspaletten-Sicherungs- klammern, stellen wir Ihnen ein breites Spektrum an Sicherheitsprodukten zur Verfügung.

Auf den nächsten Seiten finden Sie einige wert- volle Tipps und Informationen. Holen Sie sich mehr Sicherheit für Ihre Unternehmensaktivitäten.

 

Die Zahl

4.600.000

Mehr als 4 Millionen Beschäftigte sind oft oder immer von Rauch, Gasen, Staub oder Dämpfen umgeben

 

1. Elektrischer Strom

Die Gefährdung des Menschen durch elektrischen Strom ist abhängig von der Stromstärke und der Stromart. Die Höhe der Stromstärke errechnet sich nach dem Ohmschen Gesetz:

Stromstärke in Ampere (A)= Spannung in Volt (V) / Wiederstand in Ohm (Ω)

Die Spannung ist durch die Schweißanlage vorgegeben. Die zulässigen Höchstwerte für die Leerlaufspannung sind von den Einsatzbedingungen und der Stromart abhängig. Die Werte sind bei Wechselstrom geringer als bei Gleichstrom. Schweißstromquellen für das Arbeiten in engen Räumen mit erhöhter elektrischer Gefährdung sind gekennzeichnet.

Aufgabe des Schweißers ist es, den ordnungsgemäßen Zustand seines Schweißgerätes durch richtige Wartung zu erhalten. Zu achten ist besonders auf unbeschädigte Schweiß- und Massekabel, Steuerleitungen, Schweißbrenner sowie sicheren Masseanschluss zur Vermeidung vagabundierender Ströme. Nach obiger Formel lässt sich die Stromstärke bei vorgegebener Spannung durch Erhöhung des Widerstandes verringern. Der Widerstand des menschlichen Körpers setzt sich zusammen aus dem Leitungswiderstand (Widerstand des Körpers ist nicht beeinflussbar) und dem Übergangswiderstand (beeinflussbar). Der Übergangswiderstand wird vergrößert durch trockene und nicht defekte Handschuhe, z.B. keine Löcher, sowie durch das Tragen entsprechender Arbeitsschutzschuhe und beträgt ca. 10.000 Ω. Der Stromfluss durch den Körper ist dann so gering, dass keine Gefährdung auftreten kann. Zu beachten ist ferner, dass Schreckreaktionen durch elektrische Ströme zu sekundären Unfällen, wie z.B. Stürze, führen können.

Weitere Hinweise sind in DGUV Regel 100-500, Kapitel 2.26 „Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren“ enthalten.

 

2. Optische Strahlung

Der Lichtbogen erzeugt optische Strahlung im nicht sichtbaren ultravioletten, sichtbaren und infraroten Bereich. Zum Schutz gegen diese Strahlung sind persönliche Schutzmittel, wie z.B. Schutzschirme oder Schutzhelme und angepasste Schutzkleidung zu benutzen. Die Intensität des Lichtbogens ist von der Stromstärke abhängig. Deshalb sind getönte Schutzgläser entsprechender Schutzstufe zu verwenden; siehe Tabelle, Auszug aus DIN EN 169. Für viele Aufgaben haben sich Schweißschutzfilter mit veränderlicher Schutzstufe bewährt. Sie verändern beim Zünden des Lichtbogens selbsttätig ihre Schutz- stufe von einem Hellzustand in den Dunkelzustand. Auch muss ein Schutz von Unbeteiligten durch Wände oder lichtdurchlässige Vorhänge erfolgen. Die ultraviolette Strahlung ruft bei ungeschützter Haut eine Rötung, vergleichbar mit einem Sonnenbrand, hervor. Beim Schweißen in Behältern und engen Räumen ist auf Reflektion der umgebenden Wände zu achten. Die infrarote Strahlung erzeugt Wärme. Beim Schweißen mit hohen Stromstärken ist deshalb die Verwendung verspiegelter Schutzgläser zu empfehlen.

 

3. Gesundheitsgefährdende Stoffe

Beim Schutzgasschweißen entstehen luftverunreinigende Stoffe in Form von Gasen und Schweißrauchen. Eine Gefährdung ist gegeben, wenn diese Schadstoffe in den Atmungsapparat des Menschen gelangen.

Der beim Schweißen entstehende Rauch besteht aus feinen Partikeln, die lungengängig sind. Bei der Wirkung der Stoffe auf den menschlichen Körper wird unterschieden zwischen inert (lungenbelastend), toxisch (giftig) und Komponenten, die als krebserzeugend eingestuft sind. Beim Schweißen entsteht immer ein Schadstoffgemisch dessen Bewertung schwierig ist. Praktikabel ist die Zuordnung der Verfahren nach der Leitkomponente. Dies ist die überwiegende Komponente nach der dann die Schutzmaßnahmen des Schweißers ausgerichtet werden. Die Schadstoffe kommen überwiegend aus dem Schweißzusatzwerkstoff, da hier sehr viel höhere Temperaturen herrschen als im Schweißgut.
 

Verfahren Schweißzusatzwerkstoffe Leitkomponente
WIG-Schweißen un- und niedriglegierter Stahl Eisenoxid
  Chrom-Nickel-Stahl Eisenoxid
  Nickel und Nickellegierungen Eisenoxid
  Rein-Aluminium, Aluminium-Silizium-Legierungen Ozon
  andere Aluminiumlegierungen Aluminiumoxid
MAG-Schweißen un- und niedriglegierter Stahl Eisenoxid
  Chrom-Nickel-Stahl Massivdraht Nickeloxid
  Chrom-Nickel-Stahl Fülldraht Chrom (Vl)-Verbindungen
MIG-Schweißen Nickel und Nickellegierungen Nickeloxid
  Rein-Aluminium, Aluminium-Silizium-Legierung Ozon
  andere Legierungen Aluminiumoxid

 

Zuordnung der Leitkomponenten bei unbeschichteten Werkstoffen

Die Bewertung der Schadstoffe auf den Schweißer kann erfolgen, wenn man neben der Wirkung der Leitkomponente auch die Menge der Emissionsrate (Entstehungsmenge) bei den Schweißverfahren berücksichtigt.

Die nachstehende Tabelle zeigt diese Bewertung für Schweißrauche. Bei Ozon sind die Emissionsraten wie bei den Schweißrauchen beim WIG- gering und beim MIG-Schweißen groß. Ozon ist ein toxischer Stoff mit Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
 

Einteilung nach Emissionsraten    
1 niedrige Emissionsraten < 1 mg/s WIG-Schweißen
2 mittlere Emissionsraten 1 bis 2 mg/s z.B. Laserstrahlschweißen
3 hohe Emissionsraten 2 bis 25 mg/s MIG-, MAG-Schweißen (Massivdraht)
4 sehr hohe Emissionsrate > 25 mg/s MAG-Schweißen (Fülldraht)
Einteilung nach Wirkung    
A atemwegs- und lungenbelastende Stoffe   z.B. Eisenoxid, Aluminiumoxid
B toxische Stoffe   z.B. Kupferoxid
C krebserzeugende Stoffe   z.B. Chrom (VI)-Verbindungen, Nickeloxid
Schweißrauchklassen   Gefährdung
A1   niedrige Gefährdung
A2, B1, C1   mittlere Gefährdung
A3, B2, B3, C2, C3   hohe Gefährdung
A4, B4, C4   sehr hohe Gefährdung


Bewertung der Gefährdung durch Schweißräuche

Beispiel: WIG-Schweißen von Chrom-Nickel-Stahl à Niedrige Gefährdung (A1)

 

Die zulässigen Grenzwerte aller Schadstoffe für den Schweißer sind bekannt und müssen eingehalten werden. Aus obiger Aufstellung wird deutlich, dass die Gefährdung durch Umstellung auf ein anderes Schweißverfahren (z. B. WIG) verringert werden kann.

Darüber hinaus können Phosgen-Konzentrationen am Arbeitsplatz auftreten, wenn Dämpfe chlorhaltiger Entfettungsmittel wie „Tri“, „Tetra“ (nach Gefahrstoffverordnung darf „Tetra“ nicht mehr benutzt werden) oder „Per“ in die Nähe des Lichtbogens kommen. Das kann der Fall sein durch nicht genügend gespülte, entfettete Bauteile oder durch Luftströmungen. Letztere können entstehen, wenn die Entfettung nicht in der Schweißhalle, sondern in einem durch Türen oder Öffnungen mit der Schweißhalle verbundenen Raum, erfolgt.

 

4. Persönliche Schutzmittel

Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören je nach Verfahren und Arbeitsbedingungen:

  • Kopfschutz
  • Augenschutz
  • Gehörschutz
  • Atemschutz
  • Körperschutz (Hand- und Fußschutz)
  • Kopfschutz, d.h. Schutzhelme schützen den Kopf gegen Verletzungen, z.B. durch Spritzer, Schlacke und Stoßverletzungen
  • Augenschutz, d.h. Schutzschilde, -schirme, -hauben mit entsprechenden Schutzgläsern schützen Gesicht und Augen gegen die optische Strahlung des Lichtbogens
  • Gehörschutz ist dann notwendig, wenn bei Arbeiten der Beurteilungspegel 85 dB (A) erreicht oder überschritten wird
  • Körperschutz (Schweißerhandschuhe, Lederschürze) ist praktisch bei allen Schutzgasschweißarbeiten anzuwenden

 

5. Arbeitsplatzgestaltung

Schweißtechnische Arbeitsplätze müssen so gestaltet sein, dass unter Berücksichtigung von Verfahren, Werkstoffen und Einsatzbedingungen die Atemluft der Schweißer die Konzentration der Leitkomponente unter den vorgeschriebenen Grenzwerten bleibt. Dies kann erreicht werden (ausgenommen enge Räume) durch:

  • Absaugung im Entstehungsbereich, d. h. direkt am Arbeitsplatz (wirksamste Methode)
  • Technische Belüftung, d. h. Hallenabsaugung
  • Freie Belüftung, d. h. Luftwechsel durch Fenster und Türen

 

Auszug aus der TRGS 528, Schweißtechnische Arbeiten - Absatz 4.2

Verfahren Unlegierter und niedriglegierter Stahl, Aluminium-Werkstoffe Hochlegierter Stahl, NE-Werkstoffe (außer Aluminium) Schweißen an beschichtetem Werkstoff
WIG-Schweißen      
- mit thoriumfreien Wolframelektroden T A/T T
- mit thoriumhaltigen Wolframelektroden A A A
MIG-, MAG-Schweißen A A A


= Absaugung im Entstehungsbereich der Schadstoffe

= Technische (maschinelle) Raumlüftung

Lüftung in Räumen bei Verfahren mit Zusatzwerkstoff

Bei Einhaltung dieser Lüftungen ist im Allgemeinen keine Gefährdung des Schweißers gegeben. Geringere Lüftung kann ausreichend sein bei z.B. sehr hohen Hallen. Absaugungen mit beweglichen Erfassungselementen sind nur wirksam, wenn sie ständig nachgeführt werden.

Atemschutz wird dann erforderlich, wenn technische Schutzmaßnahmen, wie Lüftung und Absaugung nicht möglich oder nicht aus- reichend sind. Zur Anwendung kommen fremdbelüftete Schutzhelme mit Schutzschirm.

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